Alten Mann braucht niemand mehr

Alten Mann braucht niemand mehr

Alten Mann braucht niemand mehr

Kurt Österle

Klappentext:

„Alten Mann braucht niemand mehr“ steht an Ottos Gartenzaun – das klingt nach „saure Milch“, „fauliges Obst“ oder „stinkenden Fisch“. Mit fast 70 steht der Witwer, einst Fernfahrer, immer noch Jonny Cash-Fan, eigentlich mitten im Leben. Aber wie sieht dieses Leben aus und was hält es für ihn noch für Überraschungen bereit? Kurt Oesterle ist ein meisterhafter Gegenwartsroman geglückt, der das Alter als Zeit der Freiheit und Gelassenheit feiert. Nicht zuletzt, weil es Spaß macht, ihn zu lesen! Der Autor über seinen Helden: „Otto ist ein kritischer Vertreter der alten, noch sehr westlichen Bundesrepublik, der den Mainstream fürchtet – und lieber einsam bleibt als in falscher Gemeinschaftlichkeit unterzutauchen, also keiner von den alten weißen Männern, die schon – allein um zu schockieren – rechte Sprüche klopfen und sich so abstoßend wie möglich aufführen in einer Art von verspäteter Pubertät.“ Der Held des Buchs über sich selbst: „Oh, Mann! Wofür hast du dich nicht schon alles geschämt: für deine Herkunft, dein Alter, dein Geschlecht, dein Gesicht, deine mangelnde Bildung, das Plumpsklo deiner Eltern, ja, sogar für deinen Dialekt! Das Schämen aber hat man dir beigebracht, um dich gefügig zu machen, keine Fragen zu stellen und die Scheiße, die dir oft genug serviert wurde, für einen Leckerbissen zu halten. Du hast diese traurige Fähigkeit schließlich auch noch eigenmächtig ausgebaut, Idiot, und freiwillig auf Dinge angewandt, die gar nicht zum Schämen waren … Doch von nun an: Sei schamlos, wenigstens jetzt, im Alter, sei endlich stolz darauf, dass du ein Unikat bist, einzigartig, und zwar positiv, nicht negativ, und dass du deshalb nie wieder beschämt werden willst (lieber verachtet, wenn schon Respekt nicht zu haben ist) …“ Ein Unterhaltsamer, aber tiefgehender Roman über das Älterwerden – in etwas größerer Schrift!

Der Autor:

Kurt Oesterle Geboren 1955, hat seit seinem Debütroman „Der Fernsehgast oder Wie ich lernte die Welt zu sehen“ (2002) viele Bücher veröffentlicht. Zuletzt „Die Erbschaft der Gewalt. Über nahe und ferne Folgen des Kriegs“ (2018) und „Wir & Hölderlin? Was der größte Dichter der Deutschen uns 250 Jahre nach seiner Geburt noch zu sagen hat“ (2020). Er wurde ausgezeichnet mit dem Theodor-Wolff-Preis, dem Berthold-Auerbach-Preis und dem Ludwig-Uhland-Förderpreis.

Rezension: Alten Mann braucht niemand mehr

Rezensionstitel: Ein tiefer Blick auf das eigene Leben

4 Sterne

Die Geschichte:

Das Buch wird im Klappentext ausführlich, umfänglich und gedankenreich beschrieben, sodass ich darauf verweisen möchte.

Das Cover:

Das Cover finde ich grandios. Eine Illustration, die auf einen Blick alles sagt: Ein alter Mann, der mit zwei schwarze Raben kommuniziert. Eine sehr gelungene Buchpräsentation.

Meine Meinung:

Ein ganz anderes Buch, das der Autor Kurt Oesterle in einer wunderbaren Sprache vorgelegt hat.

Otto, ein älterer Mann reflektiert sein Leben zu Zeiten der Pandemie. Er galt allgemein als schwierig und blieb lieber allein, anstatt sich einer Gemeinschaft anzuschließen. Er schämte sich im Laufe des Lebens für so vieles. Und nun, nun lernt er, im Verlauf der Geschichte sich selbst zu mögen. Sich nicht mehr zu schämen. Sein Dialekt und seine mangende Bildung spielen jetzt keine Rolle mehr. Er erkennt, dass er an vielem selbst schuld hatte. Er eigentlich stolz sein konnte. Was wird das Leben noch für ihn als älteren Menschen bereithalten?

Mein Fazit: Ein tiefgründiger Roman über das älter werden und das Leben überhaupt, das mich sehr berührt hat. Gerade auch deswegen, weil ich etwa im selben Alter bin. Ich gebe sehr gerne meine Leseempfehlung.

Heidelinde von Friederickes Bücherblog

Ein Gedanke zu „Alten Mann braucht niemand mehr

Die Kommentare sind geschlossen.

Die Kommentare sind geschlossen.