Das Mädchen mit dem Heiermann

Das Mädchen mit dem Heiermann

Das Mädchen mit dem Heiermann

Tanja Bogusz

Eine Großmutter, die Damenringkämpferin auf dem Kiez ist. Eine Mutter, die im Hotel Luxor als Barfrau arbeitet. Damit könnte der Weg der kleinen Tanja – des Mädchens mit dem Heiermann – vorgezeichnet sein. Doch ihre Lebensgeschichte bewegt sich jenseits der üblichen St.-Pauli-Klischees. Lebendig, poetisch und mit großer Intensität erzählt Tanja Bogusz vom Aufwachsen auf dem Kiez, von ihrer Oma Klasina und ihrer Mutter Barbara, von Aufstieg und Stigma, Zusammenhalt und Flexibilität, Pragmatismus und unstillbarer Neugier, die sie schließlich in die Wissenschaft führten. Eine inspirierende und anrührende Lektüre!

Die Autorin:

Tanja Bogusz ist gebürtige Hamburgerin, habilitierte Soziologin und Forscherin an der Universität Hamburg. Sie studierte in Paris bei Pierre Bourdieu, war Fellow an der New York University, hatte Gastprofessuren in Berlin, Paris und Kassel inne und ist Namensgeberin einer südpazifischen Seeschnecke. Bislang hat sie wissenschaftliche Bücher in renommierten Fachverlagen publiziert (Campus, Springer Nature).

 

Rezension: Das Mädchen mit dem Heiermann

Rezensionstitel: Drei Frauen und ihr nicht alltägliches Leben

4 Sterne

 

Die Geschichte:

Die Autorin erzählt vom Leben ihrer Oma, die als Damenringkämpferin auf dem Kiez in Hamburg arbeitet und nach ihrer Trennung von ihrem Mann ihre Kinder lieber ins Heim gibt, als sie in ihrem Umfeld aufwachsen zu lassen. Ihre Tochter Barbara flüchtete später und versteckte sich. Und auch Barbara, die ihre Mutter in ihrem Alltag als Kind sehr vermisst hat, mutet ihrer Tochter zu, sehr viel alleine zu sein, während sie ebenfalls auf dem Kiez arbeitet. Allerdings zieht sie mit Tanja in einen anderen Stadtteil und sorgt dafür, dass diese niemanden erzählt, wo und womit ihre Mutter und ihre Oma ihr Geld verdienen. Daher ist das Mädchen Tanja nicht den üblichen Klischees und Vorurteilen von St. Pauli ausgesetzt. Ihr Weg führt sie später nicht in die Fußstapfen ihrer Mutter.

Das Cover:

Ein schlichtes Cover in zarten Farben mit einem Blick nach St. Pauli in Hamburg. Zusammen mit dem Klappentext eine in sich stimmige Buchpräsentation.

Meine Meinung:

Die Autorin betrachtet nach ihrer Rückkehr das Leben ihrer Familie in Hamburg. Es sind tatsächlich gelebte Leben und die haben mich sehr beeindruckt. Drei Frauen, die in ihrer Zeit einen nicht leichten Lebensweg gegangen sind. Die Autorin erzählte aus der Ich-Perspektive, schon als Kinder, was dem Buch Tiefe gibt, denn Kinderseelen offenbaren schnell ihre innere Befindlichkeit. Irritiert haben mich die Momente, wo ein kleines sechsjähriges Mädchen nicht als solches auf seinen berührenden Alltag und die eingeflossene Zeitgeschichte altersgetreu eingeht, sondern als kluge Erwachsene. Das verflüchtigt sich aber mit zunehmenden erwachsen werden. Die Schauplätze sind bildhaft stark beschrieben. Die Sprache der Autorin vielseitig und teilweise poetisch.

Mein Fazit: Eine Lebensgeschichte von drei Frauen, die sehr interessant ist. Familiärer Zusammenhalt, beruflicher Aufstieg und wie im Klappentext beschrieben, unstillbare Neugier, sind die Zutaten einer spannenden Lebensgeschichte. Gerne gebe ich meine Leseempfehlung.

Heidelinde von Friederickes Bücherblog

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