Mathilde und Marie
Mathilde und Marie
Torsten Woywod
Warmherzig und entschleunigend – ein Roman, der einfach nur guttut
In Redu, einem kleinen Bücherdorf inmitten der belgischen Ardennen, wird die Zeit als Freund und nicht als Gegner empfunden: Umgeben von ausgedehnten Wäldern, rauschenden Flüssen und steilen Anhöhen gibt es hier lediglich einen Fernseher, während das Internet nur zwischen 19 und 20 Uhr verfügbar ist. Dass der Kirchturm windschief in den Himmel ragt und man sein baldiges Herabstürzen befürchten muss, stört die 390 Einwohner ebenso wenig wie die gehörig aus dem Takt geratene Turmuhr. Als dann jedoch die junge Französin Marie ins Dorf kommt und der Frühling Einzug hält, wird nicht nur die Natur zu neuem Leben erweckt. Selbst die mürrische Mathilde kann sich dieser Entwicklung nicht entziehen …
Der Autor:
Torsten Woywod (*1981) arbeitete als Buchhändler und im Online-Marketing, bevor er 2021 die Marketingleitung des DuMont Buchverlags übernahm. Für sein Engagement für die Buchwelt erhielt er 2015 den Young Excellence Award. Zuletzt gründete er mit seiner Freundin den Verlag WOYWOD & MEURER, dessen Debütveröffentlichung ›Leonard und Paul‹ ein SPIEGEL-Bestseller und für das Lieblingsbuch der Unabhängigen nominiert war. Mit ›Mathilde und Marie‹ legt er nun seinen ersten eigenen Roman vor.
Rezension: Mathilde und Marie
Rezensionstitel: Ein leises und schönes Buch
5 Sterne
Die Geschichte:
Marie stoppt ihr stressiges Leben in Paris und steigt in einen Zug. Dort trifft sie auf Jónína, die bis auf die Seele der jungen Frau schauen kann. Sie nimmt sie mit in ihr kleines Bücherdorf, das einen schiefen Kirchenturm und nur eine Stunde am Tag Internet hat. Und auch sonst gehen die Uhren anders.
Das Cover:
Das schlichte Cover, das die Berge und das Dorf zeigt, gefällt mir ausgezeichnet. Zusammen mit dem Klappentext ist es eine harmonische Buchpräsentation.
Meine Meinung:
Der Klappentext hat mich in ein kleines Bücherdorf in den belgischen Ardennen eingeladen. Ich bin dort auf liebenswerte Protagonisten getroffen, allen voran die junge Marie, die der Zufall nach Redu reisen lässt. Und dann wären noch Mathilde und Jónína zu erwähnen, die Marie mit ihrer Klugheit und ihren tiefgründigen Gesprächen durch das Buch begleiten. Der Autor schreibt in einer sehr einfühlsamen, auch poetischen Sprache, die es möglich macht, den Protagonisten in all ihren Gedanken und Befindlichkeiten zu folgen. Die Natur, die Düfte des Waldes, der Pflanzen der Jahreszeiten tragen sehr zur Entschleunigung bei. Dass in dem Dorf nur die ganz heile Welt und Liebe unter allen Bewohnern anzutreffen war, störte nicht. Ein sehr leises, ein eben anderes Buch.
Mein Fazit: Wer würde nicht gern in einem Bücherdorf leben, um die Literatur, den Alltag und die Ruhe zu genießen? Ein schöner Gedanke und für eine Buchlänge nachvollziehbar. Mir hat das Buch sehr viel Freude bereitet, daher hier meine Leseempfehlung.
Heidelinde von Friederickes Bücherblog
Ein Gedanke zu „Mathilde und Marie“
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